Verunsicherung an Kapitalmärkten: Bauherren sparen 5.000 Euro durch aktuelle Zinsrückgänge

Des Aktionärs Leid, des Darlehensnehmers Freud: Die derzeitigen Turbulenzen an den Börsen haben die Konditionen für Immobiliendarlehen binnen drei Wochen um rund 0,25 Prozentpunkte sinken lassen. Bauherren, Immobilienkäufer oder Umschulder können dadurch mehrere tausend Euro sparen. Wie der Baugeldvermittler HypothekenDiscount berechnet hat, kostet ein 200.000-Euro-Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung aktuell rund 5.000 Euro weniger als Anfang Juli.

Die Verunsicherung an den Börsen über das Ausmaß der US-Hypothekenkrise ist gut für Anleihen – und bietet künftigen Immobilienfinanzierern vorübergehend die Chance auf günstigeres Baugeld. Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen, eine wichtige Orientierungsmarke für die Preisentwicklung von Hypothekendarlehen in Deutschland, sind allein in der dritten Juli-Woche um 16 Basispunkte auf 4,44 Prozent gefallen. Entsprechend hat der zuletzt starke Aufwärtsdruck bei den Finanzierungszinsen nachgelassen: Top-Angebote mit zehnjähriger Zinsbindung sind aktuell für 4,80 Prozent erhältlich. Anfang Juli lagen die Konditionen bei mehr als 5 Prozent.

Auslöser für die Unruhe auf dem Börsenparkett und die Flucht in sichere Staatspapiere waren Zahlungsausfälle bei zweitklassig besicherten Hypothekendarlehen in Amerika sowie die Schieflage zweier Hedge-Fonds. Wer derzeit nach einer günstigen Finanzierung für seine Immobilie sucht, sollte aber nicht auf weitere Negativnachrichten spekulieren. Nach wie vor hat sich nichts an den Konjunkturaussichten für Europa und insbesondere Deutschland geändert. Steigende Rohölpreise und die Liquidität schüren Inflationsgefahren – und bergen mittel- bis langfristig das Risiko steigender Zinsen. Immobilieninteressenten sollten ihre Finanzierung daher in den kommenden Wochen abwickeln.

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